
Um die Qualität von Heu richtig einschätzen zu können, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Neben der Optik und dem Geruch sind auch die richtige Lagerung sowie der Erntezeitpunkt entscheidend.
Hochwertiges Heu sollte eine grünliche bis gelbgrünliche Färbung aufweisen und locker in der Struktur sein. Starke Klumpenbildung und schwer trennbares Heu deuten auf mindere Qualität hin.
Gutes Heu riecht frisch und aromatisch. Ein muffiger, säuerlicher oder staubiger Geruch ist dagegen ein klares Warnsignal.
Achte auf gleichmäßige Farbe – dunkle Stellen können Hinweise auf schlechte Trocknung oder Schimmel sein. Für eine lange Haltbarkeit ist eine trockene Lagerhalle mit guter Luftzirkulation ideal. So bleibt das Heu frisch und frei von Schimmelbildung.
Der Schnittzeitpunkt beeinflusst die Qualität des Heus maßgeblich und sollte an den Bedarf der Pferde angepasst werden:
- Früher erster Schnitt: Besonders geeignet für Sport- und Zuchtpferde.
- Schnitt in der Blüte: Geeignet für Zuchtstuten, aber auch für Freizeitpferde.
- Später erster Schnitt: Ideal für leichtfuttrige Rassen und übergewichtige Pferde.
Stroh kann eine sinnvolle Ergänzung zur täglichen Ration sein, da es eine gute zusätzliche Raufutterquelle darstellt. Es verlängert die Fresszeit und bietet den Pferden dadurch eine wertvolle Beschäftigung. Im Vergleich zu Heu enthält Stroh deutlich weniger Zucker und Energie. Das Kauen von Stroh fördert zudem die Speichelbildung, was sich positiv auf die Verdauung auswirkt.
Allerdings hat Stroh auch einige Nachteile. Es enthält viel schwer verdauliches Lignin, das bei übermäßigem Verzehr zu Verstopfungen und im schlimmsten Fall zu Koliken führen kann. Hinzu kommt, dass Stroh nicht immer in gleichbleibender Qualität verfügbar ist – Schimmel, Staub oder Verunreinigungen können die Futtertauglichkeit deutlich mindern.
Daher gilt: Stroh sollte stets in Maßen gefüttert werden. Als alleiniges Futtermittel ist es ungeeignet, kann aber – richtig eingesetzt – eine hervorragende Beschäftigung und Ergänzung für Pferde darstellen.
Eine getreidefreie Fütterung kann für viele Pferde von Vorteil sein, da sie grundsätzlich für alle geeignet ist. Besonders bewährt hat sie sich bei Pferden mit Magenproblemen, Equinem Metabolischem Syndrom (EMS), PPID (Cushing), PSSM sowie bei einer Getreideunverträglichkeit. Der Grund liegt darin, dass die Verdauung des Pferdes ursprünglich auf eine energiearme, rohfaserreiche Kost ausgelegt ist. Durch den Verzicht auf Getreide wird der Magen entlastet, der Stoffwechsel weniger stark belastet und die Gefahr von Hufrehe – insbesondere bei PPID – deutlich verringert. Zudem kann eine getreidefreie Fütterung helfen, Symptome von PSSM zu lindern. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Zufuhr von Zucker und Stärke reduziert wird, was dem gesamten Organismus zu Gute kommt.
Allerdings gibt es auch einige Nachteile, die bei der getreidefreien Ernährung beachtet werden sollten. Während Getreide eine gute Energiequelle für Pferde mit hohem Bedarf darstellt, ist dies bei einer getreidefreien Fütterung nur eingeschränkt möglich. Fasern und Rübenschnitzel können zwar bis zu einem gewissen Maß Energie liefern, stoßen aber schnell an ihre Grenzen. Zudem besteht das Risiko, dass es bei getreidefreier Fütterung zu Defiziten in der Versorgung mit Aminosäuren, Phosphor und anderen wichtigen Nährstoffen kommt. Hinzu kommt eine eingeschränkte Auswahl an Futtermitteln sowie teilweise höhere Kosten.
Zusammenfassend bietet die getreidefreie Fütterung zahlreiche gesundheitliche Vorteile, insbesondere für stoffwechselempfindliche oder kranke Pferde. Gleichzeitig erfordert sie aber eine sorgfältige Rationsgestaltung, um mögliche Nährstoffdefizite zu vermeiden und den individuellen Energiebedarf des Pferdes sicherzustellen. Jedes Pferd ist individuell und hat eigene Bedürfnisse und Präferenzen, die immer an erster Stelle stehen sollten.